FABER

06.10.

FABER

06.10.

Beginn:18:00 Uhr
Einlass:19:00 Uhr
Vorverkauf:25,00€ zzgl. Vvk-Gebühren
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FABER

Auf seinem Debütalbum „Sei ein Faber im Wind“ verwandelt der Zürcher Songschreiber Faber vermeintlich Profanes in Wahrhaftigkeit. Faber ist keiner, der über das Leben singen würde, ohne überhaupt gelebt zu haben. Das macht seine Musik so wertvoll.

Wir leben in verlogenen Zeiten. Und deshalb brauchen wir jetzt unbedingt ein Album, das mit folgenden Worten beginnt: „Es ist so schön, dass es mich gibt“. Also Musik, die sagt: Erzähl mir doch nichts! Infantile Poesiealben-Weisheiten, Kalenderblattphilosophie, die Geschwätzigkeit der sozialen Netzwerke – alles Quatsch! „Bleib dir nicht treu“, „sei niemals du selbst“ und vor allem: „Halt dich an keiner Regel fest“. Insofern ist es sehr gut, dass es dieses Album jetzt gibt: „Sei ein Faber im Wind“ enthält alle hier zitierten Zeilen und noch viel mehr. Es ist die beste Songschreibermusik, die seit Langem auf Deutsch getextet wurde. Ein Affront gegen die Verbrämung von Sprache in schmutzigen Zeiten.

Der Zürcher Songschreiber Faber singt „ficken“ und „blasen“, er nennt einen Song „Brüstebeinearschgesicht“ und lässt den Protagonisten „im Stehen pissen“. Ganz klar: Faber ist keiner für Leute, die bei Faber an Sekt denken und Max Frisch nie gelesen haben. Insofern stimmt es auf jeden Fall: Es ist wirklich schön, dass es ihn gibt. Und dass der eingangs zitierte Song – „Wem du’s heute kannst besorgen“ – später eine ganz andere Wendung nimmt, dass hier ganz generell nichts so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, sondern meist viel klüger und variantenreicher: das macht die Fabermusik dann erst so richtig interessant.

Doch der Reihe nach. Schon immer hatte Faber eine ganz genaue Vorstellung, was er mit seinem Leben anfangen wollte. Der als Jimmy Ragusa vor 23 Jahren geborene Musiker ist italienischer Abstammung, wuchs aber in Zürich auf, also einer Stadt, die Geld über alles stellt und Standesdünkel pflegt wie keine andere, was später noch wichtig wird. Bereits der Vater macht Musik, aber die in der Schweiz weit verbreitete musikalische Früherziehung interessiert den jungen Faber nicht. Er will lieber gleich was Richtiges machen. Und als sich mit zwölf die Möglichkeit ergibt, sich einer Band anzuschließen, ist er sofort dabei. Er, der vorher noch nie einen Bass in der Hand hatte, spielt nun Bass.

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