Gibson Faces

It’s all about Chris

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Wenn man das Wort Tausendsassa im Entertainment Bereich im Duden nachschlägt – man würde dort vermutlich ein Foto von Chris als Paradebeispiel finden. Wir stellen Euch unser August-Multitalent näher vor.

Angefangen hat alles mit seiner Leidenschaft zum Tanzen, durch die er es bereits mit 16 Jahren zum Background-Tänzer von Kylie Minogue schaffte – Jobs als Tanzlehrer und Choreograf folgten. Um nach den Abi auch etwas Handfestes, wie man so schön sagt, zu haben, machte Chris außerdem eine Ausbildung zum Kaufmann für Audiovisuelle Medien. Sein eigentliches Ziel war aber immer, nach der Ausbildung als Freiberufler durchzustarten und sich seinen Leidenschaften aus dem Musik- und Entertainmentbereich zu widmen. Nach dem Motto „Gesagt – Getan“ stieg Chris nach der Ausbildung beim Rapsoul Management ein, wo er mit dem Künstler- und Produktmanagement begann. Anfangs nur in Frankfurt, konnte er bald durch sein Netzwerk auch die ersten nationalen Aufträge verbuchen und wechselte schließlich in das Management-Team um Bülent Ceylan. „Vom kleinen Act zum Megastar – Das war auf einmal eine ganz andere Welt. Plötzlich musste man nicht mehr den Leuten hinter her rennen, denn die kamen selbst auf einen zu. Mein persönliches Highlight in der Zeit als Teil des Teams, war die ausverkaufte Commerzbank Arena mit 40.000 Leuten“. Weitere Highlights aus Chris‘ beruflicher Laufbahn? Ach, da wären so Namen wie Justin Bieber, Amy Macdonald, Madcon, Milow, Sunrise Avenue, Ronan Keating, Glasperlenspiel, Cascada, Rae Garvey…

Dass ihn dann mal ein spontaner Anruf von seinem engen Freund Kevin ziemlich schnell von der Musikbranche in das Gastro-Gewerbe werfen sollte, damit hatte Chris vermutlich selbst auch nicht so ganz gerechnet. In Köln vor dem Dunkin Donuts stehend, fand Kevin damals nämlich, dass es auch in Frankfurt Zeit für einen vernünftigen Donut-Shop wäre. Und als sich auf Nachfrage beim amerikanischen Großkonzern rausstellte, dass die Franchise-Vorstellungen alle Rahmen sprengten, war für die beiden Frankfurter ziemlich schnell klar: OK, dann machen wir es halt selbst! „Später waren ziemlich viele bei uns im Laden und meinten, dass sie die Idee auch gehabt hätten. Wirklich durchgezogen hat es aber außer uns keiner“, erzählt Chris.

Ohne große gastronomische Vorkenntnisse – auch Kevin kam aus dem Musik- und Eventbereich und war selbst als DJ unterwegs – aber mit viel Leidenschaft für das Thema im Gepäck, warfen sich die beiden mit Tasty Donuts voll in das Projekt „Eigener Donut-Shop“. Als der Mietvertrag für den ersten eigenen Laden in der Stiftstraße unterschrieben war, erreichte die beiden allerdings erstmal die Hiobsbotschaft, dass ihr größter Konkurrent Dunkin Donuts nun auch in Frankfurt einen Franchise-Partner gefunden hatte und in einem Jahr seine Pforten öffnen würde. Aus den Möglichkeiten, den Laden erst gar nicht zu eröffnen oder ein Jahr mit Leidenschaft Vollgas zu geben, damit man sich auf dem Markt behaupten kann, fiel die Entscheidung klar auf letzteres. Denn „wenn man etwas mit Leidenschaft macht, dann sind die Chancen groß, dass man auch erfolgreich wird“, so Chris, der bei dem Projekt hauptsächlich für das Marketing und die Promo zuständig war. Und Recht sollte er behalten, denn so wie es in Frankfurt beispielsweise auch Platz für mehrere Burgerläden gibt, gab es auch genug Platz für zwei Donut-Shops – Und wie heißt es doch so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Schafften es die beiden in nur vier Monaten von der spontanen Idee zum ersten eigenen Shop, konnten sie nach zwei Jahren bereits 30 verschiedene Tasty Donuts Franchise Shops in vier Ländern verzeichnen. „Irgendwann habe ich selbst den Überblick verloren, da bin ich morgens in einer Stadt wach geworden und wusste gar nicht mehr so recht, wo ich überhaupt war“ so Chris, der in der Zeit nebenher auch noch als Künstlerbetreuer tätig war. „Das war schon verrückt. Abends war man noch mit seinen Künstlern auf dem roten Teppich und am nächsten Morgen stand man mit seinen Mitarbeitern im Shop und hat Donuts vorbereitet.“ Nach einigen erfolgreichen Jahren wurde Chris und Kevin dann aber klar, dass eine Entscheidung anstand. Entweder sie machten so weiter und brannten irgendwann an dem Arbeitspensum aus oder aber sie holen sich einen Experten mit an Board, der das ganze Projekt übernehmen und weiter aufziehen kann. Erinnert Ihr Euch noch an Bubble Tea, dort in der ganz hinteren, verstaubten Ecke von den 2012 Erinnerungen? Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es im schlimmsten Fall auch mit dem Donut Hype so enden könnte, fiel der Entschluss, das Franchise Unternehmen an einen Experten zu übergeben, der einiges an Franchise Erfahrung mitbrachte.

Seine Leidenschaften ausleben, dass ist definitiv etwas, das Chris von seiner lebensfrohen, wie er selbst sagt manchmal auch schon etwas verrückten Mutter mitbekommen hat. Seine Oma, die Vernunft in Person und getaktet wie ein deutsches Uhrwerk, lässt ihn dann aber den Bezug zur Realität und die Vernunft-Seite in ihm nicht verlieren. „So crazy und verrückt wie ich auch aussehe, innen bin ich dann doch immer noch der kleine Bub, der es der Oma recht machen will.“ Abi und abgeschlossene Ausbildung ohne den Einfluss seiner Oma? Wer weiß, ob es das gegeben hätte oder ob Chris nicht direkt sein Glück als Freiberufler probiert hätte. Doch auch dort wird ihm der Kampf zwischen den beiden Seiten Leidenschaft und Vernunft oft bewusst. Mag das Musikbusiness und Künstlermanagement Chris noch so glücklich machen, ist es leider auch nicht immer der lukrativste Job, den es gibt.

Und so kam es, dass nach einer Phase, in der sich Chris nach dem Ausstieg aus Tasty Donuts fast ausschließlich der Künstlerentwicklung und -betreuung gewidmet hatte, sich die beiden Ex-Gastro-Unternehmener dachten: Warum nicht das Know-How, dass sie im Gastro-Bereich in den letzten Jahren sammeln konnten, nutzen und anderen damit helfen? Die Geburtsstunde der Agentur Franchise Agency. „Wir treten hier als eine Art Unternehmensberater für Leute auf, die sich im Gastro-Bereich selbständig machen wollen und können ihnen dadurch, dass wir den Weg selbst gegangen sind, mit unseren eigenen Erfahrungen zu Seite stehen“. Angefixt von den unzähligen Konzepten, die Chris und Kevin bei der europaweiten Akquise zu Gesicht bekamen, ließ der Wunsch es selbst nochmal zu probieren, nicht lange auf sich warten. Voll mit Einflüssen und Inspirationen der unzähligen Reisen – hinter allen europäischen Hauptstädte konnten die beiden in der Zeit ein Häkchen setzen – gründeten die beiden ihr neues Projekt Tellys TST, ein Schnellrestaurant für Premium Tortellini. „Wir leben in einer Großstadt. Da muss es gesund sein, schnell gehen und gut aussehen. Genau das wollen wir mit Tellys erreichen.“

Die größte Hürde, die sich beiden bei der Gründung stellte? Weder Chris, noch Kevin haben sonderlich viel Erfahrung als Koch. „Ich setze meine Ziele und Wünsche immer hoch an. Deswegen haben wir beim erfolgreichen TV-Koch Christian Rach angefragt, ob er uns nicht bei unserem Projekt unterstützen möchte.“ Kleine Anekdote am Rande: Die erste zufällige Begegnung mit Christian Rach (inklusive Foto, hier konnte der Fan-Boy nicht zurückgehalten werden) hatte Chris bereits im Ski-Urlaub, den er jedes Jahr mit seiner 93 jährigen Oma verbringt. Doch Skiurlaub hin oder her – Tatsächlich konnten die beiden Frankfurter den Hamburger TV-Koch von ihrem Projekt überzeugen, so dass dieser eigens Tortellini Rezepte entwickelte und die Schirmherrschaft für das neue Gastro-übernahm. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung dabei zu sein, welche übrigens genau in dem Laden in der Stiftstraße stattfand, in der damals auch der erste Tasty Donuts Laden eröffnet wurde. Und auch mit diesem Konzept scheinen Chris und Kevin wieder den richtigen Riecher gehabt zu haben, denn inzwischen sind drei weitere Eröffnungen für dieses Jahr eingeplant. Einen Traum, den die beiden sich noch erfüllen wollen? Ganz klar – Einen Tellys TST Filiale in New York eröffnen!

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