Gibson Faces

It’s all about Dido

Icons_arrow-down-white

Mit Musik hat es unser November-Face Dido nicht nur in seiner Freizeit zu tun. Neben seinem Studium in Frankfurt ist er nämlich der Manager seines Freundes Okhan, der als Judgement of Yesterday, kurz J.O.Y. mit R’n’B den Musikmarkt erobern will. Zwei EPs sind bereits erschienen, jetzt steht Anfang 2017 die nächste Veröffentlichung an. Wir haben die beiden getroffen, um mehr über ihre Zusammenarbeit zu erfahren.

Zwischen Freundschaft und Business

 

Also – Woher kennt Ihr Euch denn überhaupt?

Dido: Wir sind Schulkameraden. Wir sind seit der siebten Klasse in der Realschule befreundet und waren dann auch zusammen auf der Fachoberschule.

Okhan: Kennen tun wir uns aber eigentlich schon viel länger, sogar schon aus der Grundschule. Aber da hatten wir nie was miteinander zu tun, das kam dann wirklich erst ab der siebten Klasse und seitdem sind wir Best Buddies.

Hat sich das dann eher zufällig ergeben, dass Du, Dido, sein Manager geworden bist oder wie kam es dazu?

D: In der sechsten, siebten Klasse hat er mit Deutschrap angefangen, was nicht wirklich gut war. Wobei – Für einen Siebtklässler vielleicht auch ganz OK. Er hat mir dann immer wieder was zugeschickt und ich hab ihm ehrlich dazu Kritik gegeben. Aber auf einer freundschaftlichen Basis. Und dann kam der Wechsel, weg vom Deutschrap, hin zu ganz anderer Musik. Und als wir dann beide realisiert haben, dass das etwas Größeres werden könnte, kam es dann dazu, dass ich sein Manager geworden bin und ihn unterstützt habe.

Dido ist also Dein größter musikalischer Kritiker Okhan. Hast Du denn auch selber einen musikalischen Hintergrund Dido?

O: (Lacht)

D: Nein gar nicht. Aber ich interessiere mich natürlich sehr für Musik, in alle Richtungen. Für den Sound und die Stories, die dahinter stehen. Ich höre selber viel Musik und kann von daher, glaube ich, ganz gut einschätzen, ob die Sachen gut sind oder nicht. Da darf man nicht immer nur von seinem persönlichen Geschmack ausgehen, sondern muss auch die Allgemeinheit und den Mainstream sehen.

O: Ich hab ihn mal dazu genötigt, mein Produzent zu werden. Das hat leider nicht so gut funktioniert. Er ist da schon eher der Businessman und Musikliebhaber.

Und was sind dann Aufgaben, die Du übernimmst, Dido?

D: In erster Linie sind das Emails und die Social Media Accounts. Hier ist es uns wichtig, dass wir auf die Fananfragen eingehen und diese persönlich beantworten. Grade wenn man am Anfang der Karriere steht. Ich verschicke auch viele Anfragen an Blogs und Labels und halte Kontakt mit dem Netzwerk. Also das ganze Organisatorische im Hintergrund, damit sich Okhan komplett um die Musik kümmern kann.

Macht Ihr das Projekt J.O.Y aktuell mit voller Power oder steckt Ihr noch in einem anderen Job weil Eure Eltern gesagt haben: Junge, mach doch was Anständiges?

O: Das Ziel ist natürlich, nur noch Musik zu machen, aber das ist schwierig. Wir beide studieren aktuell noch nebenbei International Sales Management und sind damit hoffentlich dieses oder nächstes Jahr fertig.

joy

Mit Deutschrap hat also alles angefangen. Wie würdest Du Deinen aktuellen Musikstil beschreiben, Okhan?

O: Der geht definitiv in die Richtung Alternative / R’n’B. Eher etwas dunklere Musik. Musik, die eine Atmosphäre erzeugen soll. Das ist auch eins meiner Ziele – Musik zu erschaffen, die eine Geschichte erzählt und beim Hören Bilder erzeugt.

Hast Du musikalische Vorbilder, Die Dir Inspirationen liefern?

O: Auf jeden Fall Childish Gambino Er macht nicht nur Songs oder Mixtapes, sondern erschafft mit seiner Musik zusammen mit Skripten und Videos eine ganze Welt. Das inspiriert und motiviert mich bei meiner Arbeit, besonders bei meinem letzten Projekt, einer EP aus vier Songs, die zusammen einen großen Song, eine große Geschichte mit einer Auflösung am Ende ergeben. So etwas finde ich spannend. Ich mag es, eine Story mit in die Musik reinzubringen.

Typische Frage: Judgement of Yesterday – Woher kommt der Name und was bedeutet er?

O: Der Name steht ja für die Beurteilung von Gestern. Wie Dido ja bereits erwähnt hat, habe ich mit Deutschrap angefangen und war damit voll auf dem falschen Weg. Das ist vorbei und zählt heute nicht mehr. Das ist für mich ein bisschen die Message, die dahinter steckt. Und wenn man es dann abkürzt zu J.O.Y. steht es für Glück. Und danach suchen wir doch alle, ich auch. Und deswegen fand ich, dass der Name ganz gut zu mir und meiner Situation passt.

Dein Pressetext ist auf Englisch, die Musik auf Englisch – Strebst Du eher eine internationale Karriere an?

O: Das Ziel ist eher das Ausland. Meine Art von Musik hier ist schwierig, das hat in den USA schon mehr Potential. Natürlich gibt es auch viele positive Rückmeldungen aus Deutschland, weil man so etwas hier nicht so oft hier hört. Wenn es in Deutschland klappt, freu ich mich natürlich aber der Fokus liegt eher auf den USA.

Die neue EP erscheint Anfang 2017. Sind danach auch schon Live-Termine geplant?

O: Der Fokus liegt momentan hauptsächlich auf der Produktion der EP. Ich bin sehr Perfektionistisch und deswegen dauert das auch sehr lange. Aber jetzt ist der Zeitpunkt langsam gekommen, wo ich loslassen muss, um die EP dann auch zu veröffentlichen.

D: Wichtig ist für uns dann auch, dass wir mit dem Release eine Resonanz z.B. auf Blogs bekommen, dass die darüber schreiben und berichten. Das ist auch eine wichtige Aufgabe, die für die nächste Zeit ansteht.

Gab es bisher in der musikalischen Laufbahn ein Highlight, an das Ihr Euch gerne erinnert?

O: Was uns immer sehr motiviert sind die Rückmeldungen zu den Songs, wenn man sieht, dass die bei den Leuten gut ankommen. Es gibt z.B. Leute, die Songs von mir auf Youtube hochladen. Wenn auch mit der Info, dass der von The Weeknd oder Bryson Tiller ist. Eins der Videos hat inzwischen fast eine Millionen Views. Es ist natürlich ärgerlich, dass dort nicht mein Name steht, das versucht man  irgendwie zu ändern, aber es ist schön zu sehen, dass die Songs bei den Leuten gut ankommen.

Außerdem haben wir eine Anfrage von Atlantic Records bekommen, ob ich nicht Lust habe, Songs für die zu schreiben. Dort sind Künstler wie TY Dollar Sign, Bruno Mars oder Kehlani unter Vertrag. Das ist auf jeden Fall ein Highlight für mich. Jetzt hoffe ich natürlich, dass denen die Songs gefallen und genommen werden.

D: Das Songwriting ist eine gute Chance einen Fuß in den Markt zu bekommen. Beispiele sind ja Lady Gaga, Weeknd oder auch Sia. Deswegen versuche ich Okhan in diesem Bereich auch noch weiter zu pushen.

O: Mir fällt es noch ein bisschen schwer, einen guten Song, den ich geschrieben habe, einen anderen Künstler zu geben und ihn nicht selber zu produzieren. Außer es kommt Drake… (lacht). Man will es dann doch irgendwie selbst rausbringen und denkt: Das könnte auch der Song sein, der dich vielleicht groß macht. Trotzdem werde ich versuchen, mich da in Zukunft mehr reinzuhängen.

Und woher beziehst Du die Inspiration zu den Songs?

O: Das sind oft persönliche Dinge, ich versuche aber auch weiter zu denken. Ich versuche Geschichten zu schreiben. Bei meiner ersten EP “Arrival” geht es z.B. um mich und meine zweite Persönlichkeit J.O.Y. . Der will berühmt werden und ich selbst bin mir darüber aber gar nicht sicher. Es geht also um die Selbstentwicklung und den inneren Konflikt.

Das Jahr ist fast rum – Habt Ihr Euch Vorsätze für das neue Jahr gesetzt?

D: Ich bin der Meinung, dass nächstes Jahr auf jeden Fall was Größeres ansteht. Ich bin dann mit dem Studium fertig und hoffe natürlich, dass ich mich Vollzeit auf die Sachen J.O.Y. konzentrieren kann. Und ich bin auch der Meinung, dass das zu schaffen ist, denn das Potential ist da. Also steht harte Arbeit im nächsten Jahr an.

O: Ich habe bisher ja nur EPs oder Mixtapes veröffentlicht aber noch kein Album. Das ist das große Ziel für mich für das nächste Jahr, ein Album rauszubringen. Und ich will mir den Spaß behalten, Sachen zu entwickeln und zu kreieren. Sachen, die mir und auch den Leuten gefallen. Das ist mir besonders wichtig. Und ich hoffe natürlich, dass ich das mit Dido zusammen machen kann.

divider

Mehr Infos zu J.O.Y.

Twitter Icon Small Soundcloud Icon Small Instagram Icon Small Facebook Icon Small

divider