OFFENER BRIEF

28.05.2015

Viel ist geschrieben und gesagt worden in den vergangenen Tagen. Auch Tage nach dem tragischen Ereignis sitzt der Schock tief, alle Mitarbeiter und Partner des Gibson Club sind entsetzt und es fällt schwer, wieder an die Arbeit zu gehen und nach vorne zu schauen.

Wir haben in den vergangenen Tagen alles Mögliche unternommen, um die Ereignisse aufzuarbeiten und die Polizei bestmöglich dabei unterstützt, an Hand von vielen Hinweisen die vermeintlichen Beteiligten zu ergreifen. Dass dieses in so kurzer Zeit gelungen ist, ist nicht zuletzt den weitergegebenen Videoaufzeichnungen und den Aussagen von Mitarbeitern und Gästen zu verdanken. Wir werden die vielen Spekulationen um Beteiligte und den Hergang nicht kommentieren und vertrauen der Polizei, die Sachverhalte vollständig und lückenlos aufzuklären.

Wir sind der Polizei dankbar, dass sie innerhalb kurzer Zeit die vermeintlichen Beteiligten ergriffen hat, und arbeiten weiter Hand in Hand mit den Behörden an der Aufarbeitung der Ereignisse und der lückenlosen Aufklärung. Angestellte des Gibson Club und der uns begleitenden Sicherheitsfirma stehen nicht im Fokus der Ermittlungen.

Wir haben gestern in einem langen, von uns ersuchten Gespräch mit Vertretern verschiedener Behörden ausführlich das über Jahre erfolgreiche Sicherheitskonzept besprochen und weitere Maßnahmen vorgestellt, die auf positive Resonanz gestoßen sind. Gibson hat in den vergangenen drei Jahren ca. 750.000 Gäste bewirtet, ohne, dass es dabei zu großen Vorkommnissen kam. Wir sind uns einig, dass trotz aller vorhandenen Maßnahmen eine 100%ige Sicherheit in einem Club, analog zu der Situation im Fußballstadion, dem Festzelt, des Stadtfestes oder anderer Orte, wo Menschen zusammenkommen, nicht gewährleistet werden kann. Wir können aber das Risiko durch weitere Maßnahmen der Prävention minimieren. Einigkeit herrscht auch darin, einen Kreis an Beteiligten aus Wirtschaft, Gastronomie, Ordnungsamt, Polizei und Politik zu einer Gesprächsrunde zu vereinen und gemeinsam präventive Maßnahmen in Bezug auf die Sicherheit in der Frankfurter Innenstadt, aber auch in anderen Brennpunkten, zu erörtern und Lösungen auszuarbeiten. So wurde bereits im Vorfeld der Geschehnisse zwischen Stadtrat Markus Frank, Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr und mir in meiner Funktion als Geschäftsführer der Gibson GmbH & Co.KG ein Gespräch terminiert, das dieser Tage stattfindet.

Wir haben uns nach langen Überlegungen dazu entschieden, den Betrieb ab heute wieder aufzunehmen. Das sind wir den vielen Mitarbeitern und unseren Familien, Freunden und Partnern schuldig. Eins ist dabei klar: Ein "weiter so" kann und wird es nicht geben, daher wird es ein sehr spezieller Abend mit einem unplugged Set der Urban Club Band zum Start und einer ungewöhnlichen Liederauswahl über den Abend, bevor es dann wieder laut wird im Club. Wir suchen einen Weg zurück in die „Normalität“ und wollen heute einen Anfang wagen.

Der Zuspruch von Kolleginnen und Kollegen macht uns Mut, unsere Gedanken sind aber weiterhin bei dem Opfer des Vorfalls vom 24.Mai und dessen Familie. Wir werden das Leid nicht vergessen, das der Familie des Opfers der Auseinandersetzung an diesem Abend zugefügt wurde und werden zu gegebener Zeit und mit der gebotenen Sensibilität in Dialog treten und erörtern, welche konkrete Hilfe wir gegebenenfalls leisten können.

Madjid Djamegari
Geschäftsführer
Gibson GmbH & Co.KG